Die Ente
[156]Die Ente.
Die Ente schwamm auf einer Pfütze,Und sah am Rande Gänse gehn,Und konnt aus angebohrnem WitzeDer Spötterey unmöglich widerstehn.
5Sie hob den Hals empor, und lachte dreymal laut,
Und sah um sich, so wie ein Witzling um sich schaut,Der einen Einfall hat, und mit Geschrey und Lachen,So glücklich ist, ihm Luft zu machen.
Die Ente lachte noch, und eine Gans blieb stehn.
10Was, sprach sie, hast du uns zu sagen?
„Ach nichts! Ich hab euch zugesehn,Ihr könnt vortrefflich auswärts gehn.Wie lange tanzt ihr schon? Das wollt ich euch nur fragen.“Das, sprach die Gans, will ich dir gerne sagen;
15Allein du mußt mit mir spatziren gehn.
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Ihr Kleinen, die ihr stets so gern auf Größre schmähet,An ihnen tausend Fehler sehet,Die ihr an euch doch nie entdeckt;Glaubt, daß an euch der Sumpf, in dem ihr euch so blähet,
20Dieselben Fehler auch versteckt.
Und sollen sie der Welt, wie euch, unsichtbar bleiben:So laßt euch nichts daraus vertreiben!