Der bleiche, herbstliche Halbmond
Der bleiche, herbstliche HalbmondLugt aus den Wolken heraus;Ganz einsam liegt auf dem Kirchhof’Das stille Pfarrerhaus.
5"]}' id="mwGA"> Die Mutter liest in der Bibel,
Der Sohn, der starret in’s Licht,Schlaftrunken dehnt sich die ält’re,Die jüngere Tochter spricht:
Ach Gott! wie Einem die Tage
10Langweilig hier vergeh’n;
Nur wenn sie Einen begraben,Bekommen wir etwas zu sehn.
Die Mutter spricht zwischen dem Lesen:Du irrst, es starben nur Vier,
15Seit man deinen Vater begraben,
Dort an der Kirchhofsthür’.
[206] Die ält’re Tochter gähnet:Ich will nicht verhungern bei Euch,Ich gehe morgen zum Grafen,
20Und der ist verliebt und reich.
Der Sohn bricht aus in Lachen:Drei Jäger zechen im Stern,Die machen Gold und lehrenMir das Geheimniß gern.
25"]}' id="mwYA"> Die Mutter wirft ihm die Bibel
In’s mag’re Gesicht hinein:So willst du, Gottverfluchter,Ein Straßenräuber seyn!
Sie hören pochen an’s Fenster,
30Und sehn eine winkende Hand;
Der todte Vater steht draußenIm schwarzen Pred’gergewand.