Die Beschwörung
Der junge Franziskaner sitztEinsam in der Klosterzelle,Er liest im alten Zauberbuch,Genannt der Zwang der Hölle.
5Und als die Mitternachtstunde schlug,
Da konnt er nicht länger sich halten,Mit bleichen Lippen ruft er anDie Unterweltsgewalten.
Ihr Geister! holt mir aus dem Grab
10Die Leiche der schönsten Frauen,
Belebt sie mir für diese Nacht,Ich will mich dran erbauen.
[171]Er spricht das grause Beschwörungswort,
Da wird sein Wunsch erfüllet,
15Die arme verstorbene Schönheit kommt,
In weißen Laken gehüllet.
Ihr Blick ist traurig. Aus kalter BrustDie schmerzlichen Seufzer steigen.Die Todte setzt sich zu dem Mönch,
20Sie schauen sich an und schweigen.