Mein süßes Lieb, wenn du im Grab

Heinrich Heine (1797–1856)

Mein süßes Lieb, wenn du im Grab,Im dunkeln Grab wirst liegen,Dann steig’ ich langsam zu dir hinab,Und will mich an dich schmiegen.

5"]}' id="mwGQ"> Ich küss’, ich umschlinge, ich presse dich wild,

Du Stille, du Kalte, du Bleiche!Ich jauchze, ich zitt’re, ich weine mild,Ich werde selber zur Leiche.

Die Todten stehn auf, die Mitternacht ruft,

10Sie tanzen im luftigen Schwarme;

Wir beide bleiben in der Gruft,Ich liege in deinem Arme.

Die Todten stehn auf, der Tag des GerichtsRuft sie zu Qual und Vergnügen;

15Wir beide bekümmern uns um nichts,

Und bleiben umschlungen liegen.