Wie langsam kriechet sie dahin

Heinrich Heine (1797–1856)

"}}' id="mwAw"> Wie langsam kriechet sie dahin,Die Zeit, die schauderhafte Schnecke!Ich aber, ganz bewegunglosBlieb ich hier auf demselben Flecke.

5 In meine dunkle Zelle dringt

Kein Sonnenstrahl, kein Hoffnungsschimmer;Ich weiß, nur mit der KirchhofsgruftVertausch’ ich dies fatale Zimmer.

Vielleicht bin ich gestorben längst;

10Es sind vielleicht nur Spukgestalten

Die Phantasieen, die des NachtsIm Hirn den bunten Umzug halten.

Es mögen wohl Gespenster sein,Altheidnisch göttlichen Gelichters;

15Sie wählen gern zum Tummelplatz

Den Schädel eines todten Dichters. –

Die schaurig süßen Orgia,Das nächtlich tolle Geistertreiben,Sucht des Poeten Leichenhand

20Manchmal am Morgen aufzuschreiben.