Gränzen der Menschheit (1827)
[81] Gränzen der Menschheit.
Wenn der uralteHeilige VaterMit gelassener HandAus rollenden Wolken
5Segnende BlitzeUeber die Erde sä’t,Küss’ ich den letztenSaum seines Kleides,Kindliche Schauer
10Treu in der Brust.
Denn mit GötternSoll sich nicht messenIrgend ein Mensch.Hebt er sich aufwärts,
15Und berührtMit dem Scheitel die Sterne,Nirgends haften dannDie unsichern Sohlen,Und mit ihm spielen
20Wolken und Winde.
Steht er mit festenMarkigen KnochenAuf der wohlgegründetenDauernden Erde;
25[82] Reicht er nicht auf,Nur mit der EicheOder der RebeSich zu vergleichen.
Was unterscheidet
30Götter von Menschen?Daß viele WellenVor jenen wandeln,Ein ewiger Strom:Uns hebt die Welle,
35Verschlingt die Welle,Und wir versinken.
Ein kleiner RingBegränzt unser Leben,Und viele Geschlechter
40Reihen sich dauerndAn ihres DaseynsUnendliche Kette.