An die Horen
An die Horen.
Schöne himmlische Schwestern, leichte Horen,Die ihr auf Aetherflügeln Schmerz und FreudeZu den Sterblichen bringt, und Nacht und MorgenWechselnd heraufführt;
5Hört, o Töchter Kronions, mich! so lang noch
Locken der Jugend meine Stirn umkränzen,Schwebt in ernster Gestalt vor meiner heiternSeele vorüber!Führt mich in der Betrachtung stillen Tempel,
10Mildert der Jugend rasche Glut mit ernsten
Bildern, daß ich nicht untergeh’ im MeereHeißer Gefühle.Aber dekt mich des Alters Schnee dann schwebt mirLächelnd in sanftem Morgenglanz vorüber.
15Dann, o Göttinnen hellt den matten Blick mit
Rosigen Bildern.