Auf Pahls Tod
Auf Pahls Tod.
Er ist nicht mehr! o heil’ge Herda richteSein Lager ihm in deinem grünen Sammt,Der Hand entfiel der Griffel der Geschichte,Der in des Cherubs Schwerdt darinn geflammt.
5Im armen Dorf, ein armer Seelenhirte,Gewaltig doch von Miene, Blick und Gang,Im Auge Feuer, heitre SeelenwürdeAuf der Apostelstirne breit und lang.
So stand er, als in jenen bösen Tagen
10 Auf’s arme Deutschland, jeder Drangsal voll,Und unerschöpft an Geißeln und an Plagen,Von jenseit Rheins die heiße Lava quoll.
Und jener Riese, der die Erd’ zertrümmert,Wie einen Ball sie aus den Angeln hob,
15Vor dem die Welt im Sklavenjoch gewimmert,Vor dessen Sporenklang ein Heer zerstob.
Der Titan! den nichts Irdisches erschüttert,Das Erd’ und Himmel stürmende Genie,Hat vor dem Mann im schwarzen Rock gezittert,
20 Der Lodau’s Schlachtendonner überschrie.
Und Bajonette zuckten nach dem Heldenbusen,Vor Palms Geschick bewahrt’ ihn Gottes Schild,Und spart’ ihn für den keuschen Dienst der Musen,Für spätre Friedenswerke, stark und mild.
25Und als man gieng, die Streiter auszuwählenFürs Volkes Recht, da durfte doch wohl nichtDer große Sohn des Vaterlandes fehlen,Erprobt im Kampf für Wahrheit, Recht und Licht.
Ihr saht ihn noch, im wallenden Talare,
30 Lang, aufrecht in des Alters Mondenschein,Ein Jüngling, für das Rechte, Gute, Wahre,Als wie ein Fels im Stoße der Parthei’n.
Die Stimme scharf, bestimmt, zum Frieden mahnend,Das Recht vertheidigend mit Löwenmuth,
35Des Vaterlandes beßre Zukunft ahnend,Das Aug’ entbrannt von heil’ger Sehergluth.
Er ist nicht mehr, ihn hat sein FeuerwagenIn Platons und in Paulus lichte ReihnHoch über diese Erde weggetragen,
40 Und weithin röthet sichs vom Wiederschein.Ein Geistlicher aus der Haller Diöcese.Seeger