Ach got vom hymel syhe dareyn

Martin Luther (1483–1546)

[24]Der. xi. Psalm. Saluum me fac.

Ach got vom hymel syhe dareyn /vnd lass dich das erbarmen.Wie wenig sind der heyligen dein /verlassen synd wir armen /

5Dein wort man lest nit haben war /

der glaub ist auch verloschen gar.Bey allen menschen kyndern

Sie leren eyttel falsche lyst /was eygen witz erfyndet.

10Ir hertz nicht eines sinnes ist /

yn Gottis wort gegrundet.Der welet dys der ander das /sye trennen vns on alle mas.Vnd gleyssen schon von aussen.

15Gott wolt aussrotten alle lar /

die falschen scheinn vnns leren.Da zu yhr zung stoltz offenbar /spricht trotz wer wils vnns weren?Wir haben recht vnd macht allein /

20was wir setzen das gylt gmeyn.

wer ist der vns solt meystern?

Darumb spricht Got ich muß auff seyn /die armen [25] seint verstöret.Ihr sufftzen dringt zu mir ereyn /

25ich hab yhr klag erhöret.

Mein heylsam wort soll auff den plan /getrost vnd frisch sie greyffen an.vnd seyn die krafft der armen.

Das sylber durchs fewr sybenmall /

30bewert / wird lautter funden.

Am Gottis wort man warten sall /des gleichen alle stunden.Es wil durchs Creutz beweret seyn /da wirt seyn krafft erkant / vnd scheyn.

35vnd leucht starck ynn die lande.

Das wolstu Got bewaren reyn /fur dysem argem gschlechte.Vnnd lass vns dir befolhen seyn /das sychs ynn vns nicht flechte.

40Der gotloss hauff sich vmbher fyndt /

wo dyse loße leutte seynt.yn deinem volck erhaben.

Eer sey Gott vatter alle zeyt /auch Christ dem eyngeboren.

45Vnd dem tröster heylgen geist /

gar hoch yn hymel erkoren.Wie es ym anfang vnd auch ytzt /gewesen yst vnd bleibet stetz.yn der wellt der welt Amen.