Ein Opfer deutscher Fürstenwillkür

Max Ring (1817–1901)

„Gefangener Mann, ein armer Mann!Durch’s schwarze EisengitterStarr’ ich den fernen Himmel anUnd wein’ und seufze bitter,– – – – – – – – –– – – – – – – – –Mich drängt der hohen Freiheit Ruf;Ich fühl’s, daß Gott nur SclavenUnd Teufel für die Kette schuf,Um sie damit zu strafen.“

„Dank Dir Schiller, für die Wonne,Die Deinem Gesang entquoll!Meines Berges Genius, der Riese,Ein Schätzer hohen Sangs,Lauscht Dir, daß der Kolbe von StahlEntsank seiner wolkigen Rechte!“

„Daß ihn Laura’s ZauberblickNicht lockt’ in der Wollust Lache.“

„Dein Schiller wird es thun.Gott gab ihm Sonnenblick,Und Cherubs Donnerflug,Und starken Arm, zu schnellenPfeile des Rächers vom tönenden Bogen.“

„Auf, auf, ihr Brüder, und seid stark,Der Abschiedstag ist da!“