Ein untergegangener Dichter
„Ich seh’ die Wetter schon am Himmel streiten,Den der Verleumdungs-Dunst mit dicken Wolken schwärzt,In welchen Blitz und Schlag mit Donnerkeilen scherzt,Gott, meiner Väter Gott! der Du den Frommen lohnest,Ich halte Deiner Hand in Allem gerne stillUnd weigre, hat Dein Zorn was über mich verhangen,Mich auch für diesmal nicht, die Strafe zu einpfangen,Die ich vielleicht verdient; doch denk an Deine Huld,An Deine Vater-Treu und gieb mir stets Geduld,Die väterliche Zucht mit Freuden anzunehmenUnd sonder Murren mich Dir also zu bequemen,Wie es Dein Wille fügt und mein Gehorsam heißt.“
Ich habe genug!Lust, Flammen und KüsseSind giftig und SüßeUnd machen nicht klug.Komm, selige Freiheit, und dämpfe den Brand,Der meinem Gemüthe die Weisheit entwandt!
„Und wie lange soll ich noch, Dich, mein Vater! selbst zu sprechenMit vergeblichem Bemühn, Hoffnung, Glück und Kräfte schwächen?Macht mein Schmerz dein Blut nickt rege, o so rühre dich dies Blatt,Das nunmehr die letzte Stärke kindlicher Empfindung hat!Fünfmal hab ich schon versucht, nur dein Antlitz zu gewinnen,Fünfmal hast du mich verschmäht!“
„Hier starb ein Schlesier, weil Glück und Zeit nicht wollte,Daß seine Dichterkunst zur Reife kommen sollte.Mein Pilger, lies geschwind, und wandre deine Bahn,Sonst steckt dich auch sein Staub mit Lieb’ und Unglück an.“