Mary Morison

Robert Burns (1759–1796)

Translated by Adolf Wilhelm Ernst von Winterfeld

O, wirst Du wohl am Fenster steh’nZur trauten, heißersehnten Stund’!?Das Lächeln laß mich wiederseh’n,Das macht ein krankes Herz gesund.

5"]}' id="mwGw">[65] Ich trüge gern das schwerste Joch,

Als nied’rer Sklav’, von Sonn’ zu Sonn’,Könnt’ ich nur je erreichen nochDie holde Mary Morison.

Als gestern wilde Melodie

10"]}' id="mwNA"> Den Tanz beschwingte in dem Saal,

Flog doch zu Dir die Phantasie,Denn alles And’re schien mir schaal.Obgleich dies hübsch und jenes schön,Stahl ich mich traurig doch davon,

15Und sagte: Was ich auch geseh’n,

Ihr seid nicht Mary Morison! –

O, kannst den Frieden rauben Du,Dem Manne, der Dich nie betrübt!?O, kannst Du stören meine Ruh’,

20"]}' id="mwYA"> Weil ich Dich nur zu sehr geliebt!? –

Willst Lieb’ Du nicht der Liebe weih’n,So gieb doch Mitleid mir zum Lohn;Unedel kann doch nimmer sein,Der Sinn von Mary Morison.