Meine schöne Nelly

Robert Burns (1759–1796)

Translated by Adolf Wilhelm Ernst von Winterfeld

Ich liebe eine schöne Maid,So klar und sonnenhell;So lang mein Herz im Leib’ mir warm,Lieb’ ich die schöne Nell.

5So viele Mädchen ich geseh’n,

Und viele waren schön;An Grazie und Bescheidenheit,Nie Gleiches ich geseh’n.

’Ne schöne Maid, ich muß gesteh’n,

10"]}' id="mwMA"> Ist lieblich wie der Tag,

Doch, ohne bess’re Eigenschaft,Die Maid ich gar nicht mag.

Doch Nelly’s Blicke sind so süß,Wie Syracuser-Wein;

15Das Beste aber ist ihr Ruf,

Wie frischer Schnee, so rein.

[114] Sie zieht sich stets so niedlich an,Das sitzt wie angeweht;Ich weiß nicht, wie sie es nur macht,

20"]}' id="mwYw"> Daß jedes Kleid ihr steht.

Ein hübsch Gesicht, ein niedlich Kleid,Dem Manne wohlgefällt;Doch Unschuld und ein gutes Herz,Sind’s Beste auf der Welt.

25Das ist es, was an Nelly mir,

So wohl und wonnig thut!D’rum herrscht sie auch in meiner Brust,Für immer absolut.