Am Sedantage
Ein großer Tag, wo der Würfel fielIn des Cäsars vermessenem Würfelspiel!Herflog die Kunde mit Sturmesflug,Ein Blitz, der in alle Herzen schlug.Der Himmel strahlte vom Wiederschein …Nicht Städte, von Flammen umwoben,Die Lichter der Freude warfen alleinDen Glanz in die Wolken droben.
Gefangen der Kaiser, gefangen sein Heer,Zermalmt von der deutschen Eisenwehr,Zusammengepreßt in Angst und NothUnd überschüttet mit Schrecken und Tod.Die Maas vereint, was der Main getrennt,Und Nord und Süd sind im Bunde:Des Bundes heiliges Feuer brenntRings auf dem Hügelrunde.
Die Jahre schwanden, das Reich erstand,Ein herrlicher Bau, aus des Krieges Brand,Gegründet von deutschem Heldenmuth,Gekittet mit deutschem Heldenblut.Wir denken der Todten, die einst der SiegBei besiegten Feinden gebettet;Wir feiern das Herrliche, das aus dem KriegWir dem Vaterlande gerettet.
Wir feiern nicht den Grimm und Haß,Der die Völker entzweit ohn’ Unterlaß,Und wahrt in den Herzen ewig jungDes blutigen Kampfes Erinnerung.O lieber zusammen des Friedens SaatIn fruchtbare Aecker streuen,Wetteifernden Sinns durch geistige ThatGleichstrebende Geister erfreuen.
Was deutscher Ernst mit gesammelter KraftTiefsinnig forscht und begeistert schafft,Was drüben die Anmuth leichtbeschwingt,Bahnbrechend der wagende Sinn erringt:Das sei geflochten zum schönsten KranzUnd schmücke der Menschheit Altäre;Es werde der blutige WaffentanzZu einer verschollenen Mähre.
Doch anders, wenn, die Faust geballt,Man drüben droht mit roher Gewalt,Losläßt die Meute, die jetzt noch belltAm Seil, das ein wilder Jäger hält.Dann, Tag von Sedan wirst sonnenhaftDu als führende Leuchte uns flammen,Und wieder breche vor deutscher KraftDer welsche Frevel zusammen.