Lieder I–III

Stefan George (1868–1933)

"}}" id="mwAw">LIEDER I–III

Fern von des hafens lärmRuht der besonnte strand ·Zittern die wellen aus ...Hoffnung vergleitet sacht.

5 Da regt vom hohen meer

Wind die gewölbten auf ·Bäumend zerkrachen sie ·Stürmen die ufer ein ...Wie nun das leiden tost!

10 Lautere brandung rauscht ·

Zischend zur dünenhöhSchlägt sie den dunklen schaum ...Wie nun die liebe stöhnt!

"}}' id="mwIQ"> Mein kind kam heim.Ihm weht der seewind noch im haar ·Noch wiegt sein trittBestandne furcht und junge lust der fahrt.

5 Vom salzigen sprühn

Entflammt noch seiner wange brauner schmelz:Frucht schnell gereiftIn fremder sonnen wildem duft und brand.

Sein blick ist schwer

10 Schon vom geheimnis das ich niemals weiss

Und leicht umflortDa er vom lenz in unsern winter traf.

So offen quollDie knospe auf dass ich fast scheu sie sah

15 Und mir verbot

Den mund der einen mund zum kuss schon kor.

Mein arm umschliesstWas unbewegt von mir zu andrer weltErblüht und wuchs –

20 Mein eigentum und mir unendlich fern.

Liebe nennt den nicht wert der je vermisst ..Sie harrt wenn sie nur schaut in qualen aus ·Verschwendet schmuck und schatz die keiner danktUnd segnet wenn sie selbst als opfer brennt.

5 Teurer! wie dem auch sei: dein pfad zum glück

Den du nur kennst verdunkelt durch mein nahn.So reiss ich wund mich weg: dich wirre nieEin loos das leicht sich wider wunsch verrät.

Süsser! ja mehr als dies: damit kein hauch

10 Dein holdes spielen stört bleib ich verbannt

Und doppelt duldend scheid ich und mein gramSpricht nur mit mir und diesem armen lied.