Zum Abschluss des VII. Rings

Stefan George (1868–1933)

ZUM ABSCHLUSS DES VII. RINGS

Wogen brachen aus einer tosenden see.Wracke und leichen schlang eine grollende see ..Später erglitzerten unter dem sternengoldLängs den gestaden korallen und perlen und gold.

EIN GLEICHES: FRAGE

Der mehr denn fürst sich sondernd herrischen blickes trafDie brüder und ihr werk verwies zum kot –Wer bist du Fremder? ›Ich bin nur demütiger sklavDes der da kommen wird im morgenrot.‹

EIN GLEICHES: KEHRAUS

Die hexen und beschwörer die noch spuken –Hinaus! Die dämmrung bricht durch alle luken.Dass der nur rück ins reine haus sich wageDer hüllenlos sich zeigen darf im tage!

EIN GLEICHES

Ganz wuchs empor in vaterländischer bracheDies werk und ging der reife zu ganz ohneFernluft ... Was früher klang im tempeltoneDeucht nun den menschen mehr in ihrer sprache.

EIN GLEICHES: AN WACLAW

Beim abschied damals lag noch in der leereDas buch gediehen ganz an heimischer statt ..Nun bin ich dankbar dass dies lezte blattDoch noch dein ritterlicher schatten quere.

EIN GLEICHES

Da mich noch rührt der spruch der abschieds-trünkeIhr all! und eure hand noch wärmt: wie dünkeIch heut mich leicht wie nie · vor freund gefeitUnd feind · zu jeder neuen fahrt bereit.