Der Kranich (Fontane, 1905)
[10]Der Kranich.
Rauh ging der Wind, der Regen troff,Schon war ich naß und kalt;Ich macht’ auf einem BauerhofIm Schutz des Zaunes Halt.
5Mit abgestutzten Flügeln schritt
Ein Kranich drin umher,Nur seine Sehnsucht trug ihn mitDen Brüdern über’s Meer;
Mit seinen Brüdern, deren Zug
10"]}' id="mwMQ"> Jetzt hoch in Lüften stockt,
Und deren Schrei auch ihn zum FlugIn fernen Süden lockt.
Und sieh, er hat sich aufgerafft,Es gilt erneutes Glück;
15Umsonst, der Schwinge fehlt die Kraft
Und ach, er sinkt zurück.
Und Huhn und Hahn und Hühnchen auchUmgackern ihn voll Freud’; –Das ist so alter Hühner-Brauch
20Bei eines Kranichs Leid.