Junker Dampf

Theodor Fontane (1819–1898)

[93]Junker Dampf.

Aus einem edlen StammeEntsproß der Junker Dampf:Das Wasser und die FlammeErzeugten ihn im Kampf;

5Doch hin und her getragen,

Ein Spielball jedem Wind,Schien aus der Art geschlagenDas Elementenkind.

[94]Ja, frei an Füß’ und Händen

10"]}' id="mwNw"> Ist er ein lockrer Fant,

Doch hinter KerkerwändenDa wird er ein Gigant:In tausend TrümmerresteZerschlägt er jede Haft,

15Mit ihrer Dicht’ und Feste

Wächst seine Riesenkraft.

Selbst da, wo seiner ZelleEin schmales Pförtlein blieb,Ringt er nach Luft und Helle

20"]}' id="mwYw"> Mit solchem Sturmestrieb,

Daß, wenn ihn beim EntwischenDes Thores Enge hemmt,Den Kerker, unter Zischen,Er auf die Schulter klemmt;

25[95]Und so, trotz eh’rner Fessel

An Füßen noch und Hand,Reißt er den KerkerkesselIm Fluge mit durch’s Land,Reißt ganze Häuserreihen

30"]}' id="mwkw"> Mit fort, wie Wirbelwind,

Bis wieder er im FreienNichts als, – ein spielend Kind.