Junker Dampf (Fontane)
[218]Junker Dampf.
Aus einem edlen StammeSproß er, der Junker Dampf:Das Wasser und die Flamme,Sie zeugten ihn ihm Kampf;
5Doch hin und her getragen,
Ein Spiellball jedem Wind,Schien aus der Art geschlagenDas Elementenkind.
Ja, frei an Füß’ und Händen
10"]}' id="mwMA"> Ist er ein lockrer Fant,
Doch hinter KerkerwändenDa wird er ein Gigant:In tausend TrümmerresteZerschlägt er jede Haft,
15Mit ihrer Dicht’ und Feste
Wächst seine Riesenkraft.
Selbst da, wo seiner ZelleEin schmales Pförtlein blieb,Ringt er nach Luft und Helle,
20"]}' id="mwXA"> Mit solchem Sturmestrieb,
Daß, wenn ihn beim EntwischenDes Thores Enge hemmt,Den Kerker, unter ZischenEr auf die Schulter klemmt;
[219]25Und so, trotz eh’rner Fessel
An Füßen noch und Hand,Reißt er den KerkerkesselIm Fluge mit durch’s Land,Reißt ganze Häuserreihen
30"]}' id="mwjA"> Mit fort, wie Wirbelwind,
Bis wieder er im FreienNichts, als – ein spielend Kind.