Das gelbe Laub erzittert

Heinrich Heine (1797–1856)

Das gelbe Laub erzittert,Es fallen die Blätter herab.Ach! alles was hold und lieblichVerwelkt und sinkt ins Grab!

5Die Wipfel der Bäume umflimmert

Ein schmerzlicher Sonnenschein;Das mögen die letzten KüsseDes scheidenden Sommers seyn.

Mir ist als müßt’ ich weinen

10Aus tiefstem Herzensgrund –

Dies Bild erinnert mich wiederAn unsre Abschiedstund.

Ich mußte dich verlassenUnd wußte du stürbest bald.

15Ich war der scheidende Sommer,

Du warst der kranke Wald.