Er steht so starr wie ein Baumstamm

Heinrich Heine (1797–1856)

Er steht so starr wie ein Baumstamm,In Hitz’ und Frost und Wind,Im Boden wurzelt die Fußzeh’,Die Arme erhoben sind.

5So quält sich Bagiratha lange,

Und Brama will enden sein Weh’,Er läßt den Ganges fließenHerab von der Himmelshöh’.

Ich aber, Geliebte, vergebens

10Martre und quäl’ ich mich ab,

Aus deinen HimmelsaugenFließt mir kein Tropfen herab.