Georg Herwegh (Heine)

Heinrich Heine (1797–1856)

[250]"]}' id="mwBw"> XII.

Georg Herwegh.

Mein Deutschland trank sich einen Zopf,Und du, du glaubtest den Toasten!Du glaubtest jedem PfeifenkopfUnd seinen schwarz-roth-goldnen Quasten.

5Doch als der holde Rausch entwich,

Mein theurer Freund, du warst betroffen –Das Volk wie katzenjämmerlich,Das eben noch so schön besoffen!

Ein schimpfender Bedientenschwarm,

10Und faule Aepfel statt der Kränze –

An jeder Seite ein Gensd’arm,Erreichtest endlich du die Grenze.

[251]Dort bleibst du stehn. Wehmuth ergreift

Dich bey dem Anblick jener Pfähle,

15Die wie das Zebrah sind gestreift,

Und Seufzer dringen aus der Seele:

„Aranjuez, in deinem Sand,Wie schnell die schönen Tage schwanden,Wo ich vor König Philipp stand

20Und seinen ukkermärkschen Granden.

„Er hat mir Beyfall zugenickt,Als ich gespielt den Marquis Posa;In Versen hab’ ich ihn entzückt,Doch ihm gefiel nicht meine Prosa.“