Jugend, die mir täglich schwindet

Heinrich Heine (1797–1856)

Jugend, die mir täglich schwindet,Wird durch raschen Muth ersetzt,Und mein kühn’rer Arm umwindetNoch viel schlankre Hüften jetzt.

5That auch manche sehr erschrocken,

Hat sie doch sich bald gefügt;Holder Zorn, verschämtes Stocken,Wird von Schmeicheley besiegt.

Doch, wenn ich den Sieg genieße,

10Fehlt das Beste mir dabey.

Ist es die verschwundne, süße,Blöde Jugendeseley?