Manch Bild vergessener Zeiten

Heinrich Heine (1797–1856)

Manch Bild vergessener ZeitenSteigt auf aus seinem Grab,Und zeigt wie in deiner NäheIch einst gelebet hab’.

5"]}' id="mwGA"> Am Tage schwankte ich träumend

Durch alle Straßen herum;Die Leute verwundert mich ansah’n,Ich war so traurig und stumm.

Des Nachts da war es besser,

10Da waren die Straßen leer;

Ich und mein Schatten selbander,Wir wandelten schweigend einher.

Mit wiederhallendem Fußtritt’Wandelt ich über die Brück’;

15Der Mond brach aus den Wolken,

Und grüßte mit ernstem Blick’.

[143] Steh’n blieb ich vor deinem HauseUnd starrte in die Höh’,Und starrte nach deinem Fenster, –

20Das Herz that mir so weh’.

Ich weiß du hast aus dem FensterGar oft herab geseh’n,Und sah’st mich im MondenlichteWie eine Säule steh’n.