Zwei Brüder
Oben auf der BergesspitzeLiegt das Schloß in Nacht gehüllt;Doch im Thale leuchten Blitze,Helle Schwerter klirren wild.
5"]}' id="mwGg"> Das sind Brüder, die dort fechten
Grimmen Zweikampf, wuthentbrannt.Sprich, warum die Brüder rechtenMit dem Schwerte in der Hand?
Gräfin Laura’s Augenfunken
10Zündeten den Brüderstreit;
Beide glühen liebestrunkenFür die adlig holde Maid.
Welchem aber von den beidenWendet sich ihr Herze zu?
15Kein Ergrübeln kann’s entscheiden, –
Schwert heraus, entscheide du!
[53] Und sie fechten kühn verwegen,Hieb auf Hiebe niederkracht’s.Hütet Euch, Ihr wilden Degen,
20Grausig Blendwerk schleichet Nachts.
Wehe! Wehe! blut’ge Brüder!Wehe! Wehe! blut’ges Thal!Beide Kämpfer stürzen nieder,Einer in des andern Stahl. –
25"]}' id="mwYg"> Viel Jahrhunderte verwehen,
Viel Geschlechter deckt das Grab;Traurig von des Berges HöhenSchaut das öde Schloß herab.
Aber Nachts, im Thalesgrunde,
30Wandelt’s heimlich, wunderbar,
Wenn da kommt die zwölfte Stunde,Kämpfet dort das Brüderpaar.