Weihnachten (Eichendorff)

Joseph von Eichendorff (1788–1857)

[603] Weihnachten.

Markt und Straßen stehn verlassen,Still erleuchtet jedes Haus,Sinnend geh’ ich durch die Gassen,Alles sieht so festlich aus.

5An den Fenstern haben Frauen

Buntes Spielzeug fromm geschmückt,Tausend Kindlein stehn und schauen,Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern

10Bis hinaus in’s freie Feld,

Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,Aus des Schneees Einsamkeit

15Steigt’s wie wunderbares Singen –

O du gnadenreiche Zeit!