An mein Vaterland
An mein Vaterland.
Kein Baum gehörte mir von deinen Wäldern,Mein war kein Halm auf deinen Roggenfeldern,Und schutzlos hast du mich hinausgetrieben,Weil ich in meiner Jugend nicht verstand,
5Dich weniger, als wie mich selbst zu lieben,
Und dennoch lieb’ ich dich, mein Vaterland!
Wo ist ein Herz, in dem nicht dauernd bliebeDer süße Traum der ersten Jugendliebe?Und heiliger als Liebe war das Feuer,
10Das einst für dich in meiner Brust gebrannt,
Nie war die Braut dem Bräutigam so theuer,Wie du mir warst, geliebtes Vaterland!
Hat es auch Manna nicht auf dich geregnet,Hat doch dein Himmel reichlich dich gesegnet;
15Ich sah die Wunder südlicherer Zonen,
Seit ich zuletzt auf deinem Boden stand,Doch schöner ist, als Palmen und Citronen,Der Apfelbaum in meinem Vaterland.
Land meiner Väter, länger nicht das meine!
20So heilig ist kein Boden wie der deine,
Nie wird dein Bild aus meiner Seele schwinden,Und knüpfte mich an dich kein lebend Band,Es würden mich die Todten an dich binden,Die deine Erde deckt, mein Vaterland!
25O, würden jene, die zu Hause blieben,
Wie deine Fortgewanderten dich lieben,Bald würdest du zu Einem Reiche werden,Und deine Kinder gingen Hand in HandUnd machten dich zum größten Land auf Erden,
30Wie du das beste bist, o Vaterland!
Sheboygan (Wisconsin). Konrad Krez.