Kriegslied (Matthias Claudius)
[89] Kriegslied.
’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,Und rede du darein!’s ist leider Krieg – und ich begehreNicht Schuld daran zu seyn!
5Was sollt’ ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen,
Und blutig, bleich und blaß,Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,Und vor mir weinten, was?
Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
10"]}' id="mwMQ"> Verstümmelt und halb todt
Im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchtenIn ihrer Todesnoth?
Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,So glücklich vor dem Krieg,
15Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?
Wenn Hunger, böse Seuch’ und ihre NöthenFreund, Freund und Feind ins GrabVersammelten, und mir zu Ehren krähten
20"]}' id="mwXg"> Von einer Leich’ herab?
Was hülf’ mir Kron’ und Land und Gold und Ehre?Die könnten mich nicht freun!’s ist leider Krieg – und ich begehreNicht Schuld daran zu seyn.