Im Kerker

Taras Shevchenko (1814–1861)

Traducido por Iwan Franko

Im Kerker

Im Kerker, in der Einsamkeit,Mit wem kann teilen ich mein Leid?

So such’ ich in mir selbst ein Wesen,Das mir das Elend hülfe tragen…

Ich suche Gott und finde etwas,

Wovon’s mich ekelt auch zu sagen.

So hat das Alter mich gebrochenUnd bittres Elend! Und dazuVerging so wolkig, ach, so öde

Mein heil’ger Sommer wie im Nu,

Daß die Erinnerung mir keinen,Ach, keinen Vorfall ruft zurück,Von dem ich freudig sagen könnte:Das war ein schöner Augenblick!

Und doch heischt auch mein Herz den Trost.

Und doch verlangt es so inständigNach einem einz’gen stillen Wort…Vergebens! Täglich und beständig

Drückt dieser Fluch mich fort und fort,

So wie im Feld der Schnee, der weiche,

Bedeckt die noch nicht kalte Leiche.