Unser Friede
[88]Unser Friede.
Ein Sommertag, wo man zu tieferSiesta sich verpflichtet hält,Wo Mücken nur und UngezieferSo recht lebendig in der Welt,
5Wo giftger Pesthauch auf zum Himmel
Aus stehenden Gewässern steigt,In deren Schlamm sich das GewimmelVielbeinigen Gewürmes zeigt:
[89]Das ist der Friede, der uns schlimmer
10"]}' id="mwNw"> Als je ein Krieg zu werden droht,
Als je ein Krieg, der uns noch immerEin offen Feld für Thaten bot;Genüssler hegt jetzt unsre Jugend,Und Stockgelehrte allenfalls,
15Doch jeder Kraft und Männertugend
Brach dieser Friede schon den Hals. –
Doch wird die Sonn’ erst unerträglich,Und dörrt den Wald, und sengt die Flur,Da hilft sich, auf gut-sommertäglich,
20"]}' id="mwYw"> Mit einem Schlage die Natur:
Die Donnerwolke blitzt und wettert,Und nimmt der Luft den giftgen Hauch,Und wird auch mancher Baum zerschmettert,In faule Sümpfe schlägt es auch.
25[90]Welch Friede dann, wenn segenstrahlend
Die Sonn’ im Westen untergeht,Und dunkle Purpurrosen malend,Der Himmel wie in Flammen steht!Wir baden uns im Hauch der Frische,
30"]}' id="mwlA"> Wie neugeboren ist das All,
Und in des Baumes BlätternischeSchlägt lieblicher die Nachtigall.