Abseits (Storm)
[5]Abseits.
Es ist so still; die Haide liegtIm warmen Mittagssonnenstrahle,Ein rosenrother Schimmer fliegtUm ihre alten Gräbermale;
5Die Kräuter blühn; der HaideduftSteigt in die blaue Sommerluft.
Laufkäfer hasten durch’s GesträuchIn ihren goldnen Panzerröckchen,Die Bienen hängen Zweig um Zweig
10Sich an der Edelhaide Glöckchen;Die Vögel schwirren aus dem Kraut –Die Luft ist voller Lerchenlaut.
Ein halbverfallen SchindelhausSteht einsam hier und sonnbeschienen;
15Der Käthner lehnt zur Thür hinaus,Behäglich blinzelnd nach den Bienen;Sein Junge auf dem Stein davorSchnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.
Kaum zittert durch die Mittagsruh
20Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten;Dem Alten fällt die Wimper zu,Er träumt von seinen Honigerndten.– Kein Klang der aufgeregten ZeitDrang noch in diese Einsamkeit.